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Liberec auf der Karte des europäischen Eisenbahnnetzes!

15. 5. 2024

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch, dem 24. April 2024, die Überarbeitung des europäischen Kernnetzes TEN-T gebilligt und dieses um die Verbindung Prag – Mladá Boleslav – Liberec – Frýdlant in Böhmen – Zgorzelec – Görlitz. Die langjährigen Bemühungen der Region Liberec um eine Verbesserung der Eisenbahnverbindung zwischen Liberec und Prag haben damit einen wichtigen Teilerfolg erzielt.

„Die Strecke nach Liberec erreicht praktisch denselben Stellenwert wie die anderen Korridore im Land. Die wichtigsten tschechischen Korridore werden schrittweise modernisiert, und dank der Zeitersparnis sowie der Verbesserung des Serviceangebots hat sich die Zahl der Fahrgäste auf diesen Strecken sogar vervielfacht. Für alle Verantwortlichen im Eisenbahnbereich ist dies ein klares Signal, dass sie mit der Verbesserung der Bahnverbindung zur fünftgrößten Stadt Böhmens nicht länger zögern müssen und die reguläre Projektvorbereitung in vollem Umfang in Angriff nehmen können, anstatt wie bisher nur allgemeine Studien sinnlos zu wiederholen“, erklärte Martin Půta, Landrat der Region Liberec, zu dieser grundlegenden Entscheidung. „Aus der Aufnahme der Strecke in die Karte der europäischen Korridore ergeben sich praktisch Anforderungen hinsichtlich Elektrifizierung, höherer Kapazität und Sicherheit. Zudem sind der späteste Termin für die Inbetriebnahme sowie die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Mitteln aus europäischen Fonds für den Bau verbindlich festgelegt. All das hat uns in Liberec bisher gefehlt und konkrete Schritte zur Verbesserung der hiesigen Eisenbahn verzögert.“

Das Fehlen einer Schnellbahnverbindung von Liberec nach Prag wird sowohl von den Einwohnern als auch von den regionalen Politikern aller Parteien als grundlegendes Problem empfunden. Zur Unterstützung des Vorhabens, über das der Staat entscheidet, unternimmt die Region Liberec aktiv weitere praktische Schritte. „Wir wollen die Strecke von Liberec nach Prag so schnell wie möglich modernisieren, deshalb haben wir mit der Vorbereitung einer Aktualisierung der Raumordnungsgrundsätze der Region Liberec begonnen, in der der neue Korridor der modernisierten Bahnstrecke räumlich verankert wird. Die derzeit verhandelte Verlängerung der Zugverbindungen zwischen Liberec und Černousy vorerst bis zum polnischen Grenzbahnhof Zawidów ist ebenfalls Teil des Plans, die künftige Schnellverbindung von Prag nach Liberec zu unterstützen, einschließlich ihrer grenzüberschreitenden Verlängerung bis zum wichtigen Umsteigeknotenpunkt in Görlitz“, fügte Jan Sviták, der für Verkehr zuständige stellvertretende Landrat der Region Liberec, zu den weiteren Aktivitäten der Region hinzu.

Die Verbesserung der Bahnverbindung über Zawidów plant die Region Liberec in enger Zusammenarbeit mit der Woiwodschaft Niederschlesien. Damit knüpft sie auch an das derzeit anlaufende polnische Projekt zur Wiederaufnahme des Personenverkehrs zwischen den Städten Zgorzelec und Bogatynia an, da der größte Teil der Strecke zum Grenzbahnhof Zawidów gleichzeitig auch die Verbindung in Richtung Bogatynia darstellt. „Ein modernes Eisenbahnnetz ist die Grundlage für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Regionen. Deshalb hat die Selbstverwaltung der Woiwodschaft in Niederschlesien das in Polen größte und wegweisende Projekt zur Wiederherstellung stillgelegter Eisenbahnstrecken als Teil des Kampfes gegen die Verkehrsexklusion ins Leben gerufen. Seit 2019 haben wir bisher für 200.000 Niederschlesier den Zugang zur Eisenbahn wiederhergestellt und setzen unsere Bemühungen fort. Wir bemühen uns auch um die Verbesserung wichtiger grenzüberschreitender und internationaler Verbindungen, damit die Einwohner von Niederschlesien und der Region Liberec noch enger miteinander in Kontakt stehen und erweiterte Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten auf beiden Seiten der Grenze haben“, ergänzte Cezary Przybylski, Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien, zu den Fortschritten.

Derzeit sind die Einwohner der Region Liberec bei Reisen nach Prag auf Busse angewiesen, da die Bahnverbindung zwischen Liberec und dem 87 Kilometer entfernten Prag im letzten Jahrhundert buchstäblich bei einer Fahrgeschwindigkeit von etwa 35 km/h stehen geblieben ist, wobei die Fahrgäste unterwegs noch zwischen den Zügen umsteigen müssen. „Wenn man von der Region Liberec nach Prag pendelt, muss man einen Sitzplatz im Bus mindestens eine Woche im Voraus reservieren, am Reisetag ist er hoffnungslos ausverkauft. Zu den Randzeiten des Tages hat man Probleme, überhaupt eine angemessen schnelle Verbindung zu finden. Wenn man unterwegs arbeiten müsste, würde man im Bus mit seinem Laptop den Mitreisenden auf dem Nachbarplatz behindern. Wenn sich auf den benachbarten Sitzen gleichzeitig übergewichtige Fahrgäste befinden, sind diese nach einer einstündigen Busfahrt definitiv nicht mehr ganz frisch“, fügte Pavel Blažek von der Firma KORID LK hinzu, die im Liberecer Land den öffentlichen Nahverkehr koordiniert.

Die Situation der Verkehrsanbindung der Region Liberec unterscheidet sich heute grundlegend von anderen Teilen der Tschechischen Republik, in denen der Staat die Eisenbahnstrecken bereits modernisiert hat und dort in regelmäßigen Abständen direkte Express- und Schnellzugverbindungen finanziert sowie komfortablere Wagen mit Zusatzdienstleistungen an Bord einsetzt.

Gemeinsame Pressemitteilung der Region Liberec und der Firma KORID LK