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Stellungnahme der Firma KORID LK zu einem Artikel auf der Website zdopravy.cz über den Dienst „TvůjBus“

17. 10. 2024

Das Unternehmen KORID LK nimmt hiermit Stellung zu einem Artikel des Verkehrsportals zdopravy.cz über den Dienst „TvůjBus“, der am 16. Oktober veröffentlicht wurde. (hier: https://zdopravy.cz/388-korun-za-jednoho-cestujiciho-liberecky-kraj-odtajnil-kolik-plati-za-provoz-dodavky-na-zavolani-224219/) und stellt einige irreführende Informationen richtig. Der Autor wertet darin in tendenziöser Weise den Verkehrsdienst des sogenannten bedarfsorientierten Verkehrs auf der Strecke Jindříchovice pod Smrkem – Nové Město pod Smrkem ab, und zwar allein auf der Grundlage der Wirtschaftlichkeit des Pilotbetriebs dieses Dienstes im ersten Monat.

Die tendenziöse Herangehensweise lässt sich bereits aus dem Vergleich mit dem Dienst „PID Haló“ und dessen Vergleich im Raum Český Brod ableiten, wobei der Artikel völlig außer Acht lässt, dass „PID Haló“ keine mit dem Dienst „TvůjBus“ vergleichbare Art des bedarfsorientierten Verkehrs darstellt. Derzeit ließe sich der Dienst eher mit dem sogenannten „Radiobus“ vergleichen, den die Region Liberec bereits seit 2012 betreibt. Der Autor erwähnt in diesem Vergleich nicht einmal die Kosten für die Entwicklung des Dienstes „PID Haló“ (in der Größenordnung von Millionen CZK). Das Ziel dieser Ergänzung ist es jedoch nicht, die Aufmerksamkeit in eine andere Richtung zu lenken. Wir glauben, dass die Kollegen aus der Mittelböhmischen Region ebenfalls genau wissen, was und warum sie einführen und welche Ziele sie damit verfolgen.

Eine zutreffende Angabe in dem Artikel ist, dass die Kosten für den Dienst „TvůjBus“ 8.640 CZK pro Betriebstag + 35.000 CZK für die Dienstleistungen des Subunternehmers CITYA mobility, die über das erforderliche Know-how im Bereich des bedarfsorientierten Verkehrs verfügt und in diesem Projekt Partner der Region Liberec ist. Es stimmt, dass bei einem reinen Vergleich der Kosten und der Fahrgastzahlen (557 im September) auf den ersten Blick der Eindruck entstehen kann, dass der Dienst nicht effizient ist. Daher müssen einige Fragen genauer beantwortet werden.

Was ist bedarfsorientierter Verkehr und was soll das Pilotprojekt bringen?

Der bedarfsorientierte Verkehr wird es den Fahrgästen in Zukunft ermöglichen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, die nicht fest an eine bestimmte Strecke und einen Fahrplan gebunden sind. Es handelt sich also um einen Dienst, der sich flexibel an die Beförderungsbedürfnisse der Fahrgäste anpasst. Ob diese Art des Verkehrs in Zukunft effektiv sein wird und ob sie den „klassischen“ öffentlichen Nahverkehr eher ergänzen oder teilweise ersetzen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ziel des Pilotprojekts der Region Liberec ist es, diese Technologie anhand der tatsächlichen Beförderungsbedürfnisse der Fahrgäste zu erproben und ausreichende Erkenntnisse auch in organisatorischer und betrieblicher Hinsicht zu gewinnen, damit verantwortungsbewusst entschieden werden kann, ob und wo der Dienst weiter ausgebaut wird. Wirklich effizient und kostensparend kann das System dann an Orten sein, an denen es den bestehenden oder geplanten öffentlichen Nahverkehr mit höheren Betriebskosten ersetzt. Interessant könnte dieser Dienst zudem in Gebieten als Ergänzung zum bestehenden Nahverkehr sein (abendliche und nächtliche „Sammel- und Verteilverbindungen“ oder der sogenannte „kleine Nahverkehr“ in kleineren Städten).

Warum wurde die Strecke Jindřichovice pod Smrkem – Nové Město pod Smrkem ausgewählt?

In Zusammenarbeit mit der Firma CITYA und dem Koordinator für den öffentlichen Nahverkehr, der Firma KORID LK, wurden mehrere Standorte in Betracht gezogen. Wir sind uns bewusst, dass die Hauptverkehrsrichtung von Jindřichovice pod Smrkem nach/von Frýdlant führt und diese Verbindung durch eine Buslinie gewährleistet ist. Die Verkehrsrichtung nach/von Nové Město hingegen stagnierte in den letzten Jahren oder ging zurück. Aufgrund von Gesprächen mit den Gemeinden in der Region und deren Initiativen ist jedoch davon auszugehen, dass sich dieser negative Trend stoppen bzw. umkehren wird. Bereits jetzt besteht seitens der Bürger eine Nachfrage nach einer Verbindung, deren Sicherstellung durch den klassischen öffentlichen Nahverkehr jedoch ineffizient sein könnte. Das erste Argument ist also, dass in der Region seitens der Gemeinden Interesse an einem solchen Dienst bestand.

Darüber hinaus ist anzumerken, dass es im Rahmen des Pilotbetriebs nicht unmittelbar nach der Einführung zu einer Optimierung des klassischen Nahverkehrs in der Region gekommen ist. Dieser Schritt ist vorgesehen, sobald sich der Betrieb des Dienstes „TvůjBus“ stabilisiert hat und zu einem festen Bestandteil des integrierten Verkehrssystems geworden ist. Wir gehen davon aus, dass nach der Optimierung (schrittweise in den Jahren 2025 und 2026) in der Region Einsparungen bei den Betriebskosten erzielt werden, bei gleichzeitig um ein Vielfaches höherem Verbindungsangebot für die Anwohner, was als zweites wesentliches Argument angesehen werden kann.

Ausbau des flexiblen öffentlichen Nahverkehrs

Die Region Liberec bereitet ein Projekt zur möglichen Weiterentwicklung des operativen öffentlichen Nahverkehrs vor, das auch eine wirtschaftliche Bewertung sowie Empfehlungen dazu umfasst, wo und in welcher zeitlichen Abfolge der Dienst weiter ausgebaut werden soll. Im Rahmen dieser Weiterentwicklung müssen jedoch neben dem Vergleich mit den derzeitigen Betriebskosten auch zukünftige Entwicklungen in den Bereichen Technologie und Ökologie sowie deren Auswirkungen auf die künftigen Preise für Beförderungsleistungen berücksichtigt werden. Würde man die Kosten heute anhand eines einfachen, laienhaften Vergleichs betrachten, könnte der Eindruck entstehen, dass der Dienst „TvůjBus“ kostenseitig zwischen dem Betrieb eines großen Busses und eines Zuges liegt. Es stellt sich jedoch die Frage, ob dies auch bei der erwarteten Einführung emissionsfreier Verkehrsmittel der Fall sein wird. Der teuerste Posten beim Dienst „TvůjBus“ ist nämlich der Personalaufwand. Der Einfluss der Fahrzeugkosten ist minimal. Dies wird jedoch für zukünftige emissionsfreie Busse und Züge nicht mehr gelten.

Deshalb bereitet die Region Liberec dieses Projekt vor, dessen Ziel nicht das Erreichen schneller Einsparungen ist, sondern die Prüfung der Möglichkeiten für die zukünftige Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs.

Wir freuen uns daher, dass der Dienst sowohl bei den Gemeinden als auch bei den Fahrgästen auf positive Resonanz stößt. Wir möchten uns auf diesem Wege bei ihnen für ihre Unterstützung bedanken.

KORID LK

Diese Stellungnahme finden Sie auch auf der Website der Region Liberec hier.