15 Jahre IDOL – Züge vor 15 Jahren und heute.
22. 7. 2024
Das Jahr 2009 brachte für die Eisenbahn in der Region Liberec nicht nur die Möglichkeit des grenzüberschreitenden Reisens und die Tarifintegration mit sich , sondern war auch ein Jubiläumsjahr. Anfang Mai feierten wir nämlich den 150. Jahrestag der Ankunft des ersten Zuges in Liberec. Damals wurde der letzte Abschnitt der sogenannten Süd-Nord-Deutsche Verbindungsbahn (SNDVB) von Pardubice (auch als Pardubitzer-Liberecer Bahn bezeichnet) in Betrieb genommen. Im Rahmen der Feierlichkeiten fuhren mehrere historische Züge, gezogen von Dampflokomotiven, auf dieser Strecke. Auf dem Bild vom 2. Mai 2009 verlässt einer dieser Züge, gezogen von der Lokomotive 475.179, den Bahnhof Liberec.
Bis zum Jahr 2010 sicherten die Tschechischen Bahnen den Betrieb auf einer der am stärksten frequentierten Strecken in der Region Liberec von Liberec nach Hrádek nad Nisou überwiegend mit Hilfe der damals allgegenwärtigen Züge aus zweiachsigen Triebwagen der Baureihe 810 mit angehängten Wagen gleicher Bauart. Zwei solcher Züge kreuzen sich am 11. Dezember 2010 im Bahnhof Chrastava.
Ab dem folgenden Tag werden sie durch neuwertige, moderne deutsche Triebzüge der Baureihe 642 „Desiro“ abgelöst; zwei davon sind auf der rechten Seite des Fotos zu sehen.

Trotz des Wechsels des Betreibers und des Verkehrskonzepts auf der Strecke Liberec – Hrádek nad Nisou – Zittau – Varnsdorf – Rybniště wurde der Betrieb der direkten Wochenendzüge auch im Jahr 2011 fortgesetzt, die von Dresden über Zittau und Liberec bis nach Tanvald fuhren, von wo aus auch dieses Bild stammt.

Die Direktverbindungen verkehrten zweimal täglich und wurden von Triebzügen der Baureihe 612 des deutschen Hauptverkehrsunternehmens DB durchgeführt. Diese Triebzüge waren mit einer Technik ausgestattet, die ein Neigen des Wagenkastens in Kurven ermöglichte, wodurch höhere Geschwindigkeiten erreicht werden konnten; dies wurde jedoch nur auf deutschem Gebiet mit besserem Gleisoberbau genutzt. Im folgenden Jahr wurden sie dann aus Kostengründen durch Desiro-Züge ersetzt.
Im Fahrplan 2011/2012 trat ein Vertrag mit den Tschechischen Bahnen über den Betrieb des Verkehrs auf den Strecken der sogenannten Jizerskohorská-Bahn in Kraft, und mit dem neuen Vertrag wurde das Verkehrsmodell auf den Strecken im Raum Frýdlant geändert. Dadurch kam es zu einer deutlichen Ausweitung des Verkehrsangebots in Liberec und Frýdlant sowie gleichzeitig zum Einsatz neuer Triebwagen der Baureihe 840 RegioSpider.
Zwei Triebwagen der Baureihe 840 wurden im November 2012 während einer Kreuzung im Bahnhof Řasnice fotografiert. Einige Wochen später erfolgte eine weitere Anpassung des Fahrplans, und das Kreuzen von Zügen in diesem Bahnhof gehört nun der Vergangenheit an.

Triebwagen der Baureihe 840 verkehren auch auf einer weiteren ehemaligen Strecke der Frýdlant-Bezirksbahn zwischen Raspenava und Bílý Potok pod Smrkem, wie diese Winteraufnahme vom März 2013 belegt. Da die meisten Verbindungen nach Bílý Potok direkt von Liberec aus verkehren, konnte auf dieser Strecke der Rückgang der Fahrgastzahlen nicht nur gestoppt, sondern sogar umgekehrt werden. Die Fahrgäste schätzen es, dass sie nicht umsteigen müssen.

Kurz zuvor stand diese Strecke aufgrund umfangreicher Schäden während der verheerenden Überschwemmungen im August 2010 auf der Kippe, doch dank des Engagements der Region Liberec gelang es, ihre Instandsetzung durchzusetzen.
Im Juni 2013 kam es aufgrund heftiger Regenfälle zu umfangreichen Schäden an der Strecke Liberec – Česká Lípa zwischen den Bahnhöfen Křižany und Rynoltice. Unweit von Křižany kam es zum Abrutschen eines hohen Bahndamms, weshalb der gesamte Bahnverkehr auf der Strecke Liberec – Jablonné v Podještědí für mehr als ein Jahr durch Busse ersetzt werden musste.
Erst im folgenden Jahr erfolgte die Sanierung des Bahndamms. Das Foto zeigt den Stand der Arbeiten Ende Februar 2014. Nach der Wiederaufnahme des Betriebs kam es zu einer teilweisen Anpassung des Fahrplans, wodurch sich die Fahrzeit der Personenzüge auf dieser Strecke verkürzte.

Obwohl bereits seit 2011 neue Triebwagen zwischen Liberec und Tanvald verkehrten, erfolgte erst im Laufe des Jahres 2015 eine umfassende Sanierung der gesamten Strecke. Diese sorgte nicht nur für eine ruhigere und schnellere Fahrt, sondern führte auch zum Bau neuer Bahnsteige, wie das Foto vom Bahnhof Jablonec nad Nisou belegt.

Seit der folgenden Fahrplanänderung wurden auf der gesamten Strecke die Fahrzeiten verkürzt und das Verkehrsangebot zu den Stoßzeiten an Werktagen erweitert, an denen die Züge in regelmäßigen Halbstundenintervallen verkehren.
Während der Sommerferien 2016 wurde erstmals der Betrieb von Direktzügen für Touristen von Liberec nach Doks eingeführt, die vor allem Tagesausflüglern zum Máchovo-See dienen. Die Züge nutzen während der Fahrt die sogenannte „Žizníkovská-Verbindung“, müssen also nicht über Česká Lípa fahren und sind dadurch zeitlich konkurrenzfähig gegenüber dem Pkw. Die Verbindungen werden von der Gesellschaft Die Länderbahn (ehemals Vogtlandbahn) mit bewährten Triebzügen der Baureihe 642 „Desiro“ durchgeführt, wie das Foto vom Bahnhof in Doks vom 14. August dieses Jahres zeigt.

Im Jahr 2017 wurde auch der Bahnhof in Česká Lípa grundlegend modernisiert. Hier entstand eine völlig neue Abfertigungshalle, die Bahnsteige wurden näher an das Stadtzentrum verlegt, wodurch sich der Fußweg für Hunderte von Einwohnern verkürzte, die hier täglich die Bahn nutzen.
Ein Foto vom 9. April desselben Jahres zeigt die neuen Bahnsteige mit den noch nicht fertiggestellten Gleisen.

Die Nachfrage nach Fahrten in das Jizerské-Gebirge auf der steilsten Eisenbahnstrecke unseres Landes, die von Tanvald nach Kořenov führt, machte eine Ausweitung des Angebots erforderlich, auf den am stärksten frequentierten Verbindungen an den Wochenenden werden daher Züge mit bis zu drei aneinander gekoppelten Wagen der Baureihe 840 eingesetzt. Dies belegt ein Foto vom 21. Juli 2018, auf dem drei Wagen vor dem renovierten Lokschuppen in Kořenov vorbeifahren.

Zwei Jahrzehnte zuvor war die Strecke jedoch dem Niedergang geweiht, und im Jahr 1997 wurde der Betrieb hier im Rahmen von Sparmaßnahmen der damaligen Leitung der Tschechischen Bahn sogar für mehrere Monate vollständig eingestellt. Ende 2019 nahm ein weiterer bedeutender Verkehrsbetreiber, die Firma Arriva vlaky, den Betrieb auf den Schienen im Liberecer Land auf. Sie übernahm von den Tschechischen Bahnen einerseits den Betrieb der Schnellzugstrecken R14A Pardubice – Liberec, R14B Liberec – Ústí nad Labem, R21 Prag – Tanvald und R22 Kolín – Rumburk auf der Grundlage eines Auftrags des tschechischen Verkehrsministeriums; für die Region Liberec gewährleistet sie zudem den Verkehr auf der Linie L3 Liberec – Turnov – Stará Paka sowie auf der Linie L31 Železný Brod – Tanvald.
Für den Personenverkehr werden überwiegend bewährte Triebzüge der Baureihe 642 „Desiro“ eingesetzt. Die erste Präsentation dieses Unternehmens fand bereits in der zweiten Julihälfte 2019 am Bahnhof Liberec statt.

Bereits Ende 2015 wurde eine direkte grenzüberschreitende Verbindung eingeführt, die Liberec, Jablonec nad Nisou und Tanvald mit dem polnischen Ferienort Szklarska Poreba verbindet. Die Anzahl der Direktverbindungen variiert je nach Nachfrage von Monat zu Monat; während der Sommer- und Wintertourismussaison verkehren bis zu dreimal so viele Züge wie außerhalb der Saison.
Das letzte Kreuzen der Züge auf unserem Staatsgebiet findet am neu errichteten Abzweigbahnhof Harrachov statt, wo auch dieses Foto vom 8. März 2020 entstanden ist. Damals hätte kaum jemand gedacht, dass der internationale Verkehr wenige Tage später für mehrere Monate vollständig zum Erliegen kommen und das Leben nicht nur in unserem Land aufgrund der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 lahmgelegt werden würde.

Die „Desiro“-Züge der Firma Arriva vlaky s.r.o. verkehrten in den Jahren 2019–2021 auch auf der Strecke der Linie L5 von Stará Paka nach Lomnice nad Popelkou. Mit dem ab Dezember 2021 gültigen Fahrplan kehrten jedoch die Tschechischen Bahnen hierher zurück; die Züge von Arriva verkehren stattdessen nun auf der Grundlage eines interregionalen Vertrags mit der benachbarten Region Hradec Králové auf der Linie L3 bis nach Jaroměř.
Auf dem Foto vom 20. November 2021 sehen wir den Triebzug 642.337 bereits in der neuen Farbgebung am Bahnhof in Lomnice nad Popelkou, also an dem Ort, von dem aus auch der bekannte Sohn der Stadt, der Schriftsteller Jaroslav Rudiš, zu seinen Bahnreisen aufbricht.
Seit Dezember 2021 hat die Gesellschaft „Die Länderbahn“ die Tschechischen Bahnen auf der Linie L4 zwischen Mladá Boleslav, Česká Lípa und Rumburk abgelöst. Am Bahnhof in Česká Lípa treffen seitdem täglich Züge aller drei Verkehrsunternehmen aufeinander, die den Personenverkehr im Gebiet der Region Liberec gewährleisten, wie auf dem Foto vom 8. Januar 2022 zu sehen ist.

Ein Jahr später tauchten die Züge unter dem Markennamen Trilex auch auf der Linie L2 Liberec – Česká Lípa – Děčín auf.
Im Rahmen eines interregionalen Vertrags beauftragt die benachbarte Region Ústí nad Labem den Betrieb der Linie U11 von Postoloprty und Lovosice bis nach Česká Lípa. Die Linie wird von den Tschechischen Bahnen betrieben, die hier schrittweise die zuvor eingesetzten „Regionova“-Züge durch ältere, jedoch modernere und technisch besser geeignete „RegioSpider“-Triebwagen ersetzt haben, die aus Deutschland erworben wurden.
Das Foto vom 26. März 2023 zeigt das Kreuzen zweier „RegioSpider“-Triebwagen im Bahnhof Blíževedly.

Seit dem 1. Mai 2024 wurde nach fast dreijährigen Sanierungsarbeiten der Straßenbahnbetrieb auf der Überlandlinie 11 von Liberec nach Jablonec nad Nisou wieder aufgenommen. Im Rahmen der Sanierung entstanden auch einige einzigartige Lösungen, wie beispielsweise die gemeinsame Haltestelle für Zug und Straßenbahn in Proseč nad Nisou.
Am 26. April fanden noch Testfahrten mit den Straßenbahnen statt, während der aus zwei „RegioSpidern“ bestehende Zug auf der Linie L1 von Harrachov nach Liberec bereits den alltäglichen Linienverkehr aufnahm.
